Lexikon der Filmbegriffe

Seefilm / Seeleute im Film

engl.: sea film; selten auch: nautic movies

Figurengruppe, die bevorzugt im Abenteuerfilm, Kriegsfilm und Kostümfilm eingesetzt wird. Seeleute an Bord sind oft eine Schicksalsgemeinschaft (auf engem Raum), deren Mitglieder meist soziale Außenseiter sind, eine kriminelle Vergangenheit haben und an Bord ein entbehrungsreiches Leben führen. Die Abwesenheit von Frauen an Bord bietet nicht selten eine ‚natürlich‘ Gelegenheit zu meist klischeebeladenen Inszenierungen von Homosexualität (gleichzeitig sind Matrosen fester Bestandteil schwuler Ikonografie). Dagegen haben Seeleute auf Landurlaub der Redewendung gemäß in jedem Hafen ein Mädchen, so dass Hafenviertel, Spelunken und Bordelle geschildert werden können als Bereiche eines Lebens, das jenseits bürgerlicher Moralvorstellungen steht. Zur Variante meist farbenprächtiger Korsaren- und Piratenabenteuer vgl. den Piratenfilm.

Beispiele: Mutiny on the Bounty (Frank Lloyd, USA 1935); On the Town (Gene Kelly, Stanley Donen, USA 1947); Moby Dick (John Huston, USA 1956); Querelle (Rainer Werner Fassbinder, BRD 1982).

Referenzen:

Piratenfilm


Artikel zuletzt geändert am 12.10.2012


Verfasser: PB


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