Lexikon der Filmbegriffe

Motivierung

oft auch: Motivation

Die von den russischen Formalisten an der Literatur gewonnene Unterscheidung von kompositioneller, realistischer und künstlerischer Motivierung kommt auch in den filmtheoretischen Überlegungen zum Tragen: Kompositionelle Motivierung meint die für den internen Aufbau des Films relevanten Verfahren; die realistische Motivierung dient der Plausibilisierung der Filmhandlung im Hinblick auf Vorwissen und Erwartung des Zuschauers; die künstlerische Motivierung betrifft stilistische Verfahren, welche die kompositionelle und realistische Motivierung unterlaufen. Alle drei Arten der Motivierung schließen jedoch zugleich Demotivierungsverfahren ein: Entblößung (Šklovskij), Realisierung (Jakobson), Parodie (Tynjanov). Konstitutiv für den Film ist zunächst die unmotivierte Präsentation von Material.

Referenzen:

Motivation


Artikel zuletzt geändert am 30.07.2011


Verfasser: WB


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