Lexikon der Filmbegriffe

stripping

dt. selten: Streifenprinzip

Die Bezeichnung stripping entstammt wohl der Praxis der Programmschemata, in der spaltenweise die Programmbelegungen für jeden einzelnen Tag der Woche farblich oder graphisch kenntlich gemacht waren. Wird eine Sendung auf den gleichen täglichen Sendeplatz programmiert, durchzieht ein gleichbleibender Sendungsstreifen den Programmplan (weshalb im Deutschen selten auch vom Streifenprinzip gesprochen wird). In der amerikanischen Praxis steht dem stripping das checkerboarding entgegen – dieses betrifft vor allem die Sendeplätze der Primetime und ist darum bemüht, diese mit großer Vielfalt, mit dem Eigenwert von Sendungen oder der Bedeutung eines Events attraktiv zu machen. Stripping dagegen setzt auf den sendertreuen Zuschauer, der regelmäßig an jedem Tag ein Programm einschaltet (idealerweise handelt es sich dabei um Shows und Serien).
Stripping ist eine der Erscheinungsformen einer „Ästhetik der Sendeplätze“ im Fernsehen. Diese sind auf der einen Seite etwas Fixes, sie ziehen ein starres Gerüst in den Fluss der Programme ein. Sie sind auf der anderen Seite aber etwas Veränderliches – man könnte nicht zur gleichen Zeit in jeder Woche oder an jedem Tag die gleichen Sendungen spielen. Gerade am Stripping ist das fernsehtypische Verhältnis von Wiederholung und Variation ablesbar. 
 

Referenzen:

checkerboarding


Artikel zuletzt geändert am 13.10.2012


Verfasser: RPE HJW


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