Lexikon der Filmbegriffe

Josei-eiga

japan. für „Frauenfilm“

Das Wort josei meint nicht nur die Frau im Allgemeinen, sondern wird auch im Sinne von „Feminismus“ und „Genderdebatte“ gebraucht. Daher können mit dem Ausdruck drei Bedeutungsvarianten angesprochen werden: (1) Filme, in denen Frauenrollen tragend sind, wie z.B. auch im haha-mono (Filme über Mütter) und im tsuma-mono (Filme über Ehefrauen); (2) Filme, die die Gefühle von Frauen ansprechen sollen und dazu schnulzenhaft von Herz, Schmerz und Tränen, Liebe und Leid handeln; und (3) Filme von Frauen (für Frauen), die sich ernsthaft und engagiert mit weiblichen Perspektiven auf Themen wie weibliche Sexualität, Gender, Wirklichkeiten junger Frauen in den modernen Lebens- und Arbeitswelten Asiens (Japan, Korea, China), Feminismus und Politik befassen.
Spezielle „Frauenfilme“ männlicher japanischer Regisseure gibt es bereits seit den 1920er Jahren mit Heinosuke Goshos Shin Joseikan (1929) und Onna to umareta Karanya (When You‘re Born to Be a Woman, 1934). 1946 reagierte Kenji Mizoguchi mit Josei no Shôri („Der Sieg der Frauen“) auf die neue Situation, vor die sich die Japaner und Japanerinnen nach dem Krieg durch den westlichen Demokratiebegriff der Kriegssieger gestellt sehen.

Literatur: Ishihara, Ikuko: Josei eiga kantoku no koi. Tôkyô: Haga Shoten 2001 [Analyse von 36 Frauenfilmen zu den Themen Liebe, Gender, Sexualität]. – Matsumoto, Yumiko: Eiga o tsukutta onnatachi: josei kantoku no 100-nen. Tôkyô: Shinema Hausu, Hatsubaimoto Seiunsha 1996 [100 Jahre Regisseurinnen]. – Yoshida, Mayumi: Josei kantoku eiga no zenbô. Tôkyô: Pado Uimenzu Ofizu 2001 [Regisseurinnen weltweit].

Referenzen:

haha-mono

tsuma-mono


Artikel zuletzt geändert am 13.10.2012


Verfasser: LK


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