Lexikon der Filmbegriffe

kokumin-eiga

Das japanische Wort kokumin bedeutet soviel wie „zwei Leute, Bürger, Volk“; es wird insbesondere in Ausdrücken verwendet, die „nationale Errungenschaften der Japaner“ bezeichnen. Ein Kokumin-eiga („Nationalfilm“) ist somit ein Film über die japanischen Menschen und behandelt Fragen von großem nationalen Prestige.
Insbesondere während der Jahre 1939-1945 wurde auf der Grundlage eines speziellen Gesetzes zur Förderung der „nationalen Kultur“ (kokumin bunka) von staatlichen Stellen die Produktion von Filmen betrieben, die national-staatstragende Aussagen machen oder nationalistische Inhalte aufweisen, gleichzeitig aber auch zum internationalen Standard der zeitgenössischen Hollywood-Filme aufschließen sollten. Dieser Spagat, in den die in einer weitgehend selbstbezogenen dramaturgischen Tradition aufgewachsenen japanischen Regisseure der 1930er Jahre gezwungen wurden, macht ihre Produktionen künstlerisch und filmgeschichtlich interessant. 

Literatur: Davis, Darrell William: Picturing Japaneseness: monumental style, national identity, Japanese film. New York: Columbia University Press 1996. – Imamura, Taihei: Kokumin eiga no mondai ["Das Problem des Kokumin-Films"] (1943).
 

Referenzen:

Kokusaku-eiga

Propagandafilm

Senikyoyo-eiga


Artikel zuletzt geändert am 13.10.2012


Verfasser: LK


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