Lexikon der Filmbegriffe

Slapstick

Der Begriff Slapstick bezeichnet in der Commedia dell‘Arte ein Paar Schlaghölzer, mit denen Clowns ein lautes Geräusch erzeugen konnten, wenn sie sich gegenseitig schlugen. Deshalb steht der Begriff für eine Sorte von Stumm- und Tonfilmen, die sich durch eine eher raue und auf Aggressivität und bisweilen Brutalität aufbauende Komik auszeichnen. Die Slapstick-Komödie hat oft anarchistische Züge – Autoritäten jeder Art sind Zielscheibe von Spott und Zerstörung. Die Durchführung der Aktion ist physisch. Prügeleien, Hetzjagden, Tortenschlachten und Explosionen gehören zu den Standardelementen seit Anbeginn. Einzelne Szenen werden oft bis zur Zerstörung der gesamten Requisite ausgespielt. Die Slapstickiade wurde aus der Burlesk-Show entwickelt und zählte vor allem in der Stummfilmzeit zum Vergnügungsangebot des Kinos, bildet aber bis heute eine der wichtigsten Komödiengattungen. Viele bedeutende Komiker (u.a. Charlie Chaplin, Buster Keaton, Roscoe Arbuckle, Stan Laurel, Jacques Tati, Jerry Lewis, Jim Carrey) sind in Slapstick-Komödien aufgetreten.

Literatur: Carroll, Noel: Keaton: Film acting as action. In: Making visible the invisible: an anthology of original essays on film acting. Ed. by Carole Zucker. Metuchen, N.J./London: The Scarecrow Press 1990, S. 198-223. – Staveacre, Tony: Slapstick! The illustrated story of knockabout comedy. North Ryde/London: Angus & Robertson 1987.

Referenzen:

Groteskfilm


Artikel zuletzt geändert am 20.12.2012


Verfasser: HJW


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