Lexikon der Filmbegriffe

Basis Filmverleih

Liebe Mutter, mir geht es gut (1971) von Christian Ziewer, der erste Film der so genannten „Berliner Schule“, war gewissermaßen der programmatische Beginn des Basis-Film Verleihs. Basis-Film hat zwar auch Filme produziert (wie Der aufrechte Gang,1976, Schneeglöckchen blühen im September, 1974, und Zwischen den Kriegen, 1978), doch lag der Schwerpunkt immer auf der kulturellen Verleiharbeit. Unter der Ägide von Clara Burckner, die Basis-Film als Leiterin von Anbeginn geprägt hat, bekam der engagierte Dokumentar- und Spielfilm seine Chance auf Öffentlichkeit. „Thematische Leitlinie“ war dabei die Auseinandersetzung mit den verschiedenen Phasen der deutschen Geschichte. Arbeiterfilme, Berlin-Filme, Frauenfilme, vor allem Nationalsozialismus, Krieg und Ökologie: Das Basis-Programm, inzwischen auf fast 400 Filme angewachsen, spiegelt Themen und gesellschaftliche Debatten der vergangenen drei Jahrzehnte. Zu den Autoren, die Basis gefördert hat, gehören Harun Farocki, Christian Ziewer, Helga Reidemeister, Rosa von Praunheim, Helge Sander und Ottokar Runze. Gerade in der letzten Zeit hat Basis seine Aktivitäten im dokumentarischen Bereich intensiviert, hat Malte Rauchs Die Rollbahn (2003) und Lilo Mangelsdorffs Damen und Herren ab 65 (2002) in die Kinos gebracht. Basis-Film – traditionell in West-Berlin angesiedelt – bezog 1993 eine ehemalige Kachelofenfabrik in Neustrelitz, die nicht nur zum Firmensitz wurde, sondern ein Programmkino enthält und die Arbeit einer Kulturfabrik macht. Das Firmenarchiv ist inzwischen im Besitz der Stiftung Deutsche Kinemathek.


Artikel zuletzt geändert am 27.07.2011


Verfasser: JH


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