Lexikon der Filmbegriffe

Episkop

von griech. epi = auf, skopein = betrachten, schauen

Mittels eines Episkops lassen sich nichttransparente Objekte – Zeichnungen, Buchseiten, Postkarten, sogar opake Gegenstände etc. – als Aufsichtsbilder projizieren. Das zu projizierende Bild wird mit sehr hellem Licht beleuchtet, das mittels eines Spiegels und der Projektionsoptik auf die Leinwand geworfen wird. Da nur das von der Vorlage reflektierte Licht für die Projektion verwendet wird, ist das Verfahren sehr lichtschwach und bedarf einer höchst intensiven Beleuchtung des Ausgangsbildes (und wird folgerichtig fast ausschließlich in kleineren Räumen bei Verdunkelung angewendet).
Einer der ersten, der sich – basierend auf den Überlegungen zur Laterna Magica – mit episkopischen Projektoren für undurchsichtige Bildvorlagen oder Objekte beschäftigte, war Leonhard Euler, der sie in seinen Briefen an eine deutsche Prinzessin über Gegenstände aus der Physik und Philosophie (1768-72) beschrieb und abbildete. Derartige Projektoren wurden lange Zeit als Wunderkameras oder Megaskope bezeichnet. Es gab sie noch nach 1900. Sie wurden 1867 von dem Hamburger Mechaniker und Unternehmer Andreas Krüss als Patent angemeldet und ins Programm der Firma aufgenommen. Seitdem sind Episkope ständig weiterentwickelt worden und geraten erst unter dem Vorzeichen von Scannern und Beamern außer Gebrauch.

Literatur: Das Episkop. Eine Zeitschrioft mit Bildern. Hrsg. v.d. Bildgemeinschaft der Episkopenfreunde (Stuttgart) 1,1928 bis 5,1932.


Artikel zuletzt geändert am 20.07.2011


Verfasser: JH


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