Lexikon der Filmbegriffe

good cop, bad cop

manchmal auch: good cop, crazy cop

Im Gangsterfilm heißt eine vielgeübte Methode der Interaktion mit Gangstern good cop, bad cop: Ein Polizist spielt den Verständnisvollen, der andere den Aggressiven und Ablehnenden. Emotional hin- und hergeworfen zwischen den beiden, gesteht der Verdächtige bald. Das Muster entstammt der Polizeipraxis; es wurde populär mit Buddy-Filmen wie der Lethal-Weapon-Reihe (1987ff). Ein neueres Beispiel findet sich in Under Suspicion (2000, Stephen Hopkins), in dem zwei Polizisten einen Steueranwalt verunsichern und in die Enge treiben. Das Motiv kann aber heute auch in beliebigen Fernsehproduktionen wie der schwedischen Serie Beck (1997ff) auftreten, in der der Titelfigur die Figur des Gunnvald Larsson – ein moralisch höchst sensibler, jähzorniger und schnell empörter jüngerer Beamter – zur Seite gestellt ist. Basiert hier die Doppelfigur des Motivs noch auf dem Charakter der Figur, wird das Hin und Her zwischen Verständnis und Angriff also nicht inszeniert, ist es heute allgemein so bekannt, dass reale Polizisten vor einer Einvernahme sich darauf verständigen, das explizit so genannte Good-Cop-Bad-Cop-Spiel (manchmal als GCBC-Routine bezeichnet) zu spielen; es steht so auch in Handbüchern der Polizeiarbeit. Die Bezeichnung findet sich als Bezeichnung einer Verhandlungstaktik inzwischen sogar in Manager-Trainingsbüchern.

Die Filme mit dem Titel Good Cops, Bad Cops (1990), der von kriminellen Polizisten handelt, Good Cop, Bad Cop (1998), der von einem Undercover-Einsatz erzählt, und die Weihnachtsgeschichte Good Cop, Bad Cop (1993) haben mit dem Motiv nichts zu tun.


Artikel zuletzt geändert am 01.08.2011


Verfasser: HHM


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