Lexikon der Filmbegriffe

Cinematograph Act 1909

Aufgrund der immer beliebter werdenden Lichtspielhäuser verabschiedete London 1909 ein Gesetz, welches Kommunen (local authorities) ermächtigte, Lizenzen an Kinos zu vergeben. Aufgrund der erhöhten Feuergefahr durch brennbare Filmmaterialien war das Gesetz ursprünglich dafür gedacht, strengere Kontrollen und Sicherheitsrichtlinien umzusetzen. So wie der Gesetzestext letztendlich jedoch formuliert wurde, ermächtigte er die Kommunen jedoch auch, als Zensor über den Inhalt von Filmen zu wachen. Das London County Council war die erste Kommune, welche 1910 einen Film über einen zeitgenössischen Schwergewichts-Boxkampf verbot, in dem der schwarze Boxer Jack Johnson den Weißen James J. Jeffries besiegt hatte. Weitere Kommunen folgten mit Zensurauflagen und Filmverboten. Die Aussicht, dass alle der insgesamt 688 Kommunen nach jeweils unterschiedlichen Kriterien als Zensurbehörden tätig werden, zwang die britische Filmindustrie 1912 dazu, freiwillig eine unabhängige Zensurbehörde, das British Board of Film Censors (BBFC), ins Leben zu rufen.

Literatur: Richards, Jeffrey: British Film Censorship. In: The British Cinema Book. 2nd ed. Ed. by Robert Murphy. London: BFI 2001, S. 155-162.


Artikel zuletzt geändert am 02.08.2011


Verfasser: THO


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