Lexikon der Filmbegriffe

Cinematograph Films Act 1927

In Anlehnung an die Quotengesetzgebung in Deutschland und anderen europäischen Ländern beschloss die englische Regierung 1927, eigene protektionistische Maßnahmen zu ergreifen, um britischen Produktionsfirmen gegenüber der Konkurrenz aus Hollywood zu helfen. Zu diesem Zweck wurden Kinos vom 1.1.1928 an gesetzlich verpflichtet, den Anteil britischer Filme von 5% im Jahre 1928 auf 20% im Jahre 1935 zu steigern. Die Verabschiedung der Gesetzgebung führte zunächst zu einer Aufbruchsstimmung und einem Boom in der englischen Filmbranche, der zu zahlreichen Firmenneugründungen und vermehrten Investitionen führte. So baute die größte englische Produktionsfirma British International Pictures ihre Ateliers in Elstree. Durch die ungebrochene Beliebtheit amerikanischer Produktionen beim Kinopublikum aber und als ein Mittel amerikanischer Gesellschaften, die Quotenregelungen zu umgehen, wurden mehr und mehr kostengünstige Kurzfilmproduktionen gedreht, die sogenannten Quota Quickies. Obwohl einige Quota Quickies aufgrund der zuweilen mangelnden Qualität bis heute einen schlechten Ruf genießen, sammelten viele der bekannten englischen Filmschaffenden wie Carol Reed, Michael Powell oder Margaret Lockwood hier ihre ersten Erfahrungen im Filmgeschäft. Eine umfassende wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem Phänomen der Quota Qickies steht noch aus. 

Literatur: Street, Sarah: British National Cinema. London/New York: Routledge 1997, S. 6-9.
 

Referenzen:

Quota Quickies


Artikel zuletzt geändert am 18.01.2012


Verfasser: THO


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