Lexikon der Filmbegriffe

Collagefilm

von franz.: collage = das Leimen, das Ankleben

Die Collage ist eine Technik der zitierenden Kombination. In der bildenden Kunst basiert sie auf dem Prinzip der Integration außerkünstlerischer Materialien und Elemente in das Kunstwerk. Die Dadaisten fügten etwa Zeitungs- und Werbetexte oder Gegenstände der Alltagskultur in ihre abstrakten Bildcollagen ein, was als revolutionärer künstlerischer Akt galt, weil darin eine Enthierarchisierung von kulturellen Wertemustern (Hoch- vs. Trivialkultur) angelegt war. Zugleich rückt der Akt des Collagierens den künstlerischen Produktionsprozess – das „Zusammenleimen“ – in den Vordergrund. Die Collage gilt als Voraussetzung für artverwandte Ausdrucksformen wie Montage, Assemblage, Akkumulation, Ready Made und Environment.
Collagefilme verwenden ebenfalls unterschiedliche Materialien und montieren narrativ-fiktionale Elemente mit dokumentarischen und animierten Sequenzen zusammen oder mit Aufzeichnungen aus dem Fernsehen. Surrealismus und Dadaismus haben sich der Strategien des Collagefilms ebenso bedient wie die Filme von Joseph Cornell und Bruce Conner, zwei der prominentesten Vertreter von Collagefilmen. Ein Beispiel aus der jüngeren Zeit, das mit Juxtapositionen verschiedener filmischer Filmmaterialien und Erzählweisen operiert, ist Wenzel Storchs Die Reise ins Glück (2005). 

Literatur: Watkins, Glenn: Pyramids at the Louvre: Music, Culture, and Collage from Stravinsky to the Postmodernists. Cambridge: The Belknap Press of Harvard University Press 1994.
 

Referenzen:

Dada

Found Footage Film

Mashup


Artikel zuletzt geändert am 19.10.2012


Verfasser: HM


Zurück