Lexikon der Filmbegriffe

DEFA II: Entwicklung bis 1965

In den späten 1940er und frühen 1950er Jahren führte eine dogmatische Ideologisierung im Zuge des Aufbaus des Sozialismus zu Verlusten in der künstlerischen Qualität des Spielfilmstudios. Führend war die von Friedrich Wolf geprägte Entscheidungsdramaturgie in Gesellschaftstotalen (Rat der Götter, 1950, Kurt Maetzig; Thälmann-Filme, 1953/55, Kurt Maetzig). Hemmend waren ideologische Fabelkonstruktionen, die Diskussionen um den positiven Helden und vereinfachende Typisierungen. Diese Entwicklung wurde nach 1961 vom Fernsehen der DDR erneut aufgegriffen (DEFA-Chefdramaturg K.G. Egel von 1950/51 wechselte zum DFF). Dagegen entwickelte sich im DEFA-Spielfilm zwischen 1962 und 1966 eine hoffnungsvolle ostdeutsche „Neue Welle“ ( Frank Beyer, Jürgen Böttcher, Egon Günther, Ralf Kirsten, Joachim Kunert, Rainer Simon u.a.). Eine Voraussetzung hierfür war die Dezentralisierung im Studio durch künstlerische Arbeitsgruppen (Gruppe Roter Kreis, Gruppe Heinrich Greif, Gruppe Babelsberg u.a.) seit 1962/63. Im Dokumentarfilmstudio gelang einer neuen Generation der Durchbruch (Jürgen Böttcher, R. Cohen-Vossen, Günter Jordan,Volker Koepp, Gitta Nickel u.a.). 

Literatur: Heimann, Thomas: DEFA, Künstler und SED-Kulturpolitik. Zum Verhältnis von Kulturpolitik und Film in der SBZ/DDR 1945-1959. Berlin: Vistas 1994. – Jordan, Günter / Schenk, Ralf (Red.): Schwarzweiß und Farbe. DEFA-Dokumentarfilme 1946-1992. Berlin: Jovis 1996. – Schenk, Ralf (Red.): Die Trick-Fabrik: DEFA-Animationsfilme 1955-90. Berlin: Bertz 2003.


Artikel zuletzt geändert am 12.10.2012


Verfasser: LH


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