Lexikon der Filmbegriffe

four-walling

auch: four walling, four wall distribution, four walling exhibition

Wenn ein Studio oder ein Verleiher ein ganzes Kino mietet und die Einnahmen nicht mit dem Kinobesitzer teilt (wie im normalen Kinobetrieb), spricht man von four wall distribution. Die Praxis war in einigen Staaten der USA in den späten 1960ern und 1970ern recht verbreitet. Der wohl erste Film, der großenteils in dem Verfahren vermarktet wurde, war der Natur- und Tourismusfilm Alaskan Safari (1968, Ron Hayes), der mehr als 5 Millionen Zuschauer gewann. Die Filme der Folgezeit wurden mit Unterstützung von TV‑Werbekampagnen ins Kino gebracht. Die 1965 gegründete American National Enterprises (ANE) war ein Verleiher, der seine Filme primär im Four-Wall-Verfahren zeigte; die Nachfolgeorganisation Sunn Classic Pictures (gegründet 1971) setzte das Verfahren mit naturnahen Filmen wie The Life and Times of Grizzly Adams (1974, Richard Friedenberg) oder In Search of Noah's Ark (1976, James L. Conway) erfolgreich fort. Andere unabhängige Produktions- und Verleihfirmen verfuhren ähnlich. Heute ist das Four-Walling unüblich und wird fast nur noch für Pressevorführungen genutzt.

Literatur: Wasser, Frederick: Four Walling Exhibition: Regional Resistance to the Hollywood Film Industry. In: Cinema Journal 34,2, Winter 1995, S. 51-65.

Referenzen:

Verleih: Vermarktungsstrategien


Artikel zuletzt geändert am 19.10.2012


Verfasser: VH PV HHM


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