Lexikon der Filmbegriffe

Vistarama

Vistarama ist ein CinemaScope ähnliches Linsensystem zur anamorphotisch verzerrten Aufnahme und Wiedergabe (2,35:1), das Carl Dudley von Dudley Pictures Corporation entwickeln ließ, als er zum ersten Mal eine anamorphotische Aufnahme gesehen hatte. Die Entwicklung übernahm die Simpson Optical Manufacturing Company, die im Sommer 1953 die Optiken in Hollywood vor Vertretern der Studios, aber auch vor unabhängigen Produzenten vorstellten. Kurze Zeit später wurde entsprechende Optiken für 16mm-Film in Chicago präsentiert. Die Vistarama-Objektive fassten Fuß im Markt, als Jack Warner sie für das Warner-eigene WarnerScope einkaufte (Warner ließ später unter dem Namen WarnerScope Linsen resp. Objektive bei Zeiss-Opton bauen). Dudley Pictures Corporation begann, Breitwandfilme zu produzieren (darunter der Kurzfilm Aloha Nui, der am 16.9.1953 als erster anamorphotischer Breitwandfilm im Paramount Theatre in Hollywood aufgeführt wurde, wenige Stunden vor der Uraufführung des ersten Cinemascope-Films The Robe in New York). Vistarama, Warner Superscope und CinemaScope sind drei unterschiedliche Markennamen letztendlich für das gleiche Produkt. Es gab später Versuche, das System für 70mm-Aufnahmen anzupassen (Super Vistarama 70), doch spielte die Bezeichnung Vistarama keine große Rolle mehr – Warner hatte mit Fox vereinbart, die eigenen Filme als „CinemaScope-Filme“ zu verleihen. 


Artikel zuletzt geändert am 16.07.2011


Verfasser: JH


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