Lexikon der Filmbegriffe

Kommentar

Die Trennung von Nachricht und Kommentar gehört zu den elementarsten Regeln der journalistischen Ethik. Ist es Aufgabe des informierenden Nachrichtenteils, sachlich und neutral zu berichten, darf subjektive Meinung in den kommentierenden Teil der Darstellung einfließen. Das Journalistische umfasst beides – die Darstellung von Geschehen, aber auch seine Kontextualisierung in die Bezüge, in denen Zeitgenossen ihren Ort und damit ihre Haltung zum Berichteten ausmachen können.
Es gibt eine ganze Reihe von Formen, in denen Kommentatives im Print-Journalismus geäußert werden kann (Leitartikel, Glosse, Lokalspitze, Rezension, Kritik, Kolumne), die sich in vielerlei Abschattungen auch im AV-Journalismus finden – durch die Personalisierung der Berichterstattung aber oft verdeckter und freier mit Formen der Information gemischt. Alles, was nachrichtenwert ist, kann auch Anlass einer Meinungsäußerung werden. Kommentare können eine ganze Reihe von Funktionen innehaben – sie sollen ein Geschehen in einen politischen oder moralischen Kontext stellen, es historisieren, es mit politischen oder alltagspraktischen Implikationen konfrontieren; manche wollen schlicht zum Nachdenken anregen, andere zu Urteil oder Handeln motivieren. Es gibt vor allem im Print-Journalismus Kommentare („Argumentations-Kommentar“, „analysierender Kommentar“), die unterschiedliche Meinungen analysieren, Argumente abwägen und dadurch intellektuelle Überzeugungsarbeit zu leisten suchen; es gibt aber auch den „Geradeheraus-Kommentar“ oder „polemischer Kommentar“, der persönliche Haltungen zu einem Gegenstand oder einer Frage artikulieren, ohne sich um die argumentative Herleitung zu kümmern. 

Literatur: Schalkowski, Edmund / Nowag, Werner: Kommentar und Glosse. Konstanz: UVK-Medien 1998.


Artikel zuletzt geändert am 31.07.2011


Verfasser: AS


Zurück