Lexikon der Filmbegriffe

Megaphon

dt.: Sprachrohr, umgangssprachlich: Flüstertüte

Großes, trichterförmiges Gerät, um die Stimme zu verstärken und um sie zu einem bestimmten Ort zu lenken. Je größer das Verhältnis von Sprechöffnung und Schalltrichteröffnung ist, desto lauter und weiter vernehmbar ist das hineingesprochene Wort. Das Megaphon wurde als „Sprechtrompete“ (speaking trumpet) um 1670 von dem Engländer Samuel Morland erfunden. Sprachrohre wurden auf Schiffen verwendet, um große Entfernungen zu überbrücken, früh aber auch schon auf Massenveranstaltungen, um einen großen, weihin hörbaren Schalldruck zu erzeugen. Heutige Megaphone verstärken die Stimme elektrisch, nutzen aber weiterhin oft recht große Schalltrichter als Schallaustrittsflächen.
Als „Sprachrohre“ im engeren Sinne bezeichnet man oft mehrere hundert Meter lange Rohrverbindungen, die nach dem Modell eines „akustischen Telefons“ funktionieren – am einen Ende wird hineingesprochen, am anderen kann man den Sprecher hören; auch diese Apparatur wurde auf Schiffen eingesetzt (als Sprachverbindung von der Brücke zum Maschinenraum). Sprachrohre werden auch als Hörrohre verwendet, sie verstärken dann den am Schalltrichter eintretenden Schall. Erste theoretische Bemerkungen dazu finden sich im 18. Jahrhundert bei dem Mathematiker und Logiker Johann Heinrich Lambert.
Vor allem in der Stummfilmzeit wurden Regisseure oft mit einem Megaphon abgebildet, mit dem sie ihre Anweisungen an die Crew und die Schauspieler brüllten.


Artikel zuletzt geändert am 30.07.2011


Verfasser: TS AS


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