Lexikon der Filmbegriffe

Offene / geschlossene Komposition

auch: offene / geschlossene Szene

Vom Bildaufbau her werden offene und geschlossene Kompositionen unterschieden; Die geschlossenen zeigen Szenen in ihrer ganzen Ausdehnung; der Bildraum ist auch der Handlungs- oder soziale Raum. Offene Kompositionen dagegen enthalten nur Ausschnitte aus dem Gesamt einer Szene; sie suggerieren ein klar erkennbares Außen. Zu ihrem Verständnis ist es nötig, die Szene selbst zu ergänzen und um die fehlenden Teile zu komplementieren. Auch bei geschlossenen Kompositionen hört die dargestellte Welt nicht am Bildrand auf – aber die Szene selbst ist als Totalität erfasst. Alle Elemente, die zum Verständnis nötig sind, sind im Bild enthalten. Alle für die Handlung wichtigen Aktionen sind erfasst.


Das Prinzip der Geschlossenheit herrschte im Stil des klassischen Hollywood vor; dabei wurde sogar der zentrale Akteur meist in Bildmitte oder Goldenen Schnitt gesetzt. Im Kino der Neuen Wellen der 1960er und 1970er begannen sich diese Regeln aufzulösen, vor allem das europäische Autorenkino experimentierte mit offenen Formen, Bild und Handlung verselbständigten sich in einem Maße, wie es vorher undenkbar gewesen wäre. 
 

Referenzen:

Geschlossene Szene


Artikel zuletzt geändert am 12.10.2012


Verfasser: AS


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