Lexikon der Filmbegriffe

Thriller

von engl.: thrill = erschauern lassen

Thriller ist eine äußerst vage Genrebezeichnung für eine besondere Spielart von Spannungsfilmen. Die Spannung, die im Thriller herrscht, unterscheidet sich aber deutlich vom Suspense: Während im Suspense-Film der Zuschauer einen Wissensvorsprung vor der Figur hat, ist er im Thriller auf gleichem Informationsstand, so dass auch das einfühlende Miterleben des Zuschauers sich auf eine Erlebenssituation richtet, die ausweglos erscheint.
Das Genre ist vergleichsweise offen, es ist weniger über eine bestimmte Figurentypik oder thematische Festlegungen definiert als über das Merkmal des thrills, einen hoch wirksamen Mix aus Nervenkitzel und Spannung, der das Publikum bis hin zur Erzeugung phyischer Reaktionen erfasst. Um ihn zu erzeugen, ist eine starke Identifikation mit der Hauptfigur nötig, die nicht als Held, sondern als Normalbürger daher kommt. Die Erzählung ist eindeutig aus der Perspektive des Protagonisten erzählt ist, der in eine Geschichte verstrickt ist, die er weder überblicken noch beherrschen kann. Meist ist er mit dem Tode bedroht – als äußerster und dennoch glaubhaftester Gefährdung. Der Thriller ist die Geschichte eines möglichen Opfers und darum auf eine einzelne Person fokussiert.
Für die sie erwartenden Ereignisse ist diese Figur oft durch keinerlei professionelle Ausbildung vorbereitet. Immer wieder eines Verbrechens beschuldigt, obwohl sie keine Schuld trifft, gerät sie in eine manchmal alptraumhafte anmutende Bedrohung und scheint ihren Gegenspielern – Mördern, Agenten, Polizei etc. – im Nachteil zu sein. Trotzdem bleibt ihr oft nichts anderes übrig – wenn sie überleben will –, als das Verbrechen selbst aufzuklären. Und auch wenn ihr das regelmäßig gelingt, so schildert der Thriller dennoch den akuten Zusammenbruch der bürgerlichen Normalität, die nur sehr bedingt erstrebenswert erscheint, da sich nie vermutete Abgründe in ihr eingenistet haben.

Literatur: Derry, Charles: The suspense thriller. Films in the shadow of Alfred Hitchcock. Jefferson, NC: McFarland 1988. Nachdr. 2001. – Rubin, Martin: Thrillers. Cambridge: Cambridge University Press 1999. – Seeßlen, Georg: Kino der Angst. Geschichte und Mythologie des Film-Thrillers. Reinbek: Rowohlt 1980.

Referenzen:

Agententhriller

alptraumhafte Verstrickung

Erotikthriller

Gänsehauteffekt

Hochseethriller

Home invasion thriller

mystery thriller

Paranoia-Kino

Politthriller

Psychothriller

Rififi-Thriller

Stalking

unschuldig beschuldigt

yuppie psycho film


Artikel zuletzt geändert am 15.06.2016


Verfasser: HJW PB


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