Lexikon der Filmbegriffe

cross cutting: Frühzeit

frz.: montage alterné, dt.: alternierende Montage, oft auch: Parallelmontage

Eine Technik, Spannung im Film zu erzeugen, ist das sogenannte cross cutting. David Wark Griffith gehört zu den Regisseuren, die sich u.a. in The Lonely Villa (1909) oder The Lonedale Operator (1911) meisterhaft dieser Schnitttechnik bedienten. Sie beruht auf dem Prinzip, zwei Handlungen, die an unterschiedlichen Orten stattfinden, immer stärker per Montage miteinander zu verknüpfen, so dass die zeitlich parallel verlaufenden Aktionen mit dem Fortschreiten der Narration auf einen gemeinsamen Kreuzungspunkt zulaufen, an dem die Spannung ihren Höhepunkt erreicht, die beiden narrative Stränge sich vereinen und der zugleich das Ende der filmischen Erzählung – in Amerika und Westeuropa oft ein happy ending – einleitet.
Eine typische Ausgangssituation für die alternierende Montagetechnik in der Frühzeit der Kinematographie ist die Bedrohung einer Person, die, um sich zu retten, auf die Hilfe anderer angewiesen ist. Der Kinozuschauer ist bis zum Kreuzungspunkt mit der Frage konfrontiert: Werden die Retter rechtzeitig ankommen oder nicht? Die Spannung ergibt sich aus dem sich kontinuierlich erhöhenden Schnittrhythmus; dieser reiht in immer kürzeren Abständen Einstellungen von dem Ort, an dem die Gefahr wächst, und von dem, an dem sich die Retter gerade befinden, aneinander, „schaltet“ gewissermaßen zwischen beiden so lange hin und her, bis die Protagonisten beider Handlungsstränge sich endlich am selben Ort befinden und die Rettung geschehen kann.


Artikel zuletzt geändert am 13.10.2012


Verfasser: SL


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