Lexikon der Filmbegriffe

Scheinbewegung

auch: Bewegungstäuschung; engl.: apparant movement, apparent motion

Allgemeine Bezeichnung für Bewegungswahrnehmungen, denen keine physikalisch bedingten Reize zugrunde liegen. Sie basieren auf der fundamentalen Fähigkeit des Sehsystems, eine Abfolge von einzelnen Bildern, die eine Bewegung darstellen, zu einem kontinuierlichen Ablauf zusammenzufügen.


Die verschiedenen Arten von Scheinbewegungen werden mit den Buchstaben des griechischen Alphabets bezeichnet:
Alpha-Phänomen: Bewegungseindrücke, die auftreten, wenn verschieden große Reize dicht aufeinanderfolgen;
Beta-Phänomen: Bewegungseindrücke, die bei dicht aufeinanderfolgenden Darbietungen entstehen (z.B. beim Film);
Gamma-Phänomen: Bewegungseindrücke, die entstehen, wenn bei Dunkelheit ein relativ großer und heller Lichtreiz plötzlich erscheint oder verschwindet („induzierte Bewegung“);
Delta-Phänomen: Bewegungseindrücke, die bei dichter Folge von Reizen verschiedener Helligkeit auftreten; hellere Reize scheinen weiter vorne, dunkle Reize weiter hinten zu liegen;
Epsilon-Phänomen: Bewegungseindrücke, die bei einer Verlagerung von Entfernungen entstehen. Beispiel: einer weißen Linie auf schwarzem Grund folgt eine schwarze Linie auf weißem Grund;
Phi-Phänomen: Bewegungseindrücke, die bei abwechselndem Aufleuchten von zwei gleichstarken Lichtquellen in einem dunklen Raum entstehen und den Eindruck eines einzigen, auf einer Geraden hin- und herwandernden Lichtimpulses erwecken.

Literatur: Giese, Martin Alexander: A dynamical model for the perceptual organization of apparent motion. Diss. Bochum 1998.
 

Referenzen:

Phi-Effekt

Shutter-Effekt

Stroboskop

stroboskopische Erscheinungen


Artikel zuletzt geändert am 20.01.2012


Verfasser: HHM


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