Lexikon der Filmbegriffe

TV-Spielfilm

auch: TV-Movie

Wichtigstes Programmformat fiktionaler Fernsehproduktion. Fernsehspiel und TV-Spielfilm als Extremwerte einer Formatskala anzusehen, wobei das eine Extrem des Fernsehfilms das traditionelle, problemzentrierte, autorendominierte, kunstorientierte und die besonderen Gegebenheiten der Fernsehrezeption tendenziell negierende Fernsehspiel bezeichnet, während das andere Extrem der vom Sujet her sensationalistische, genre- und starorientierte, um Attraktivität bemühte, eher in kurzen dramaturgischen Bögen organisierte TV-Spielfilm darstellt. Der TV-Spielfilm ist dramaturgisch eng an die Rezeptionskondition des Fernsehens assimiliert, an die Unterbrochenheit der Ausstrahlung, an die Diversität des Publikums, an die Politik der Sendeplätze und an den deutlich niedrigeren Interessen- und Aufmerksamkeitspegel des Fern- gegenüber dem Kino-Sehens. Der TV-Spielfilm-Markt ist inzwischen ökonomisch mindestens so bedeutend wie der Kinofilm-Markt, zumal TV-Spielfilme inzwischen immer häufiger auch im Kino und im Video ausgewertet werden.

Literatur: TV-Movies „Made in Germany“. Struktur, Gesellschaftsbild und Kinder-/Jugendschutz. 1. Historische, inhaltsanalytische und theoretische Studien. [Hrsg. v.] Hans J. Wulff. Kie­l: Unabhängige Landesanstalt für das Rundfunkwesen (ULR) 2000.

Referenzen:

Fernsehfilm

Siebenakt-Struktur

Telepic

TV Movie


Artikel zuletzt geändert am 12.10.2012


Verfasser: HJW


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