Lexikon der Filmbegriffe

Spiegeltrick

auch: Schüfftan-Verfahren; engl.: mirror shot

Eugen Schüfftan gilt als Erfinder dieses Verfahrens, das es erlaubt, Kulissen und Schauspieler schon während der Aufnahme mit Modellbauten zu kombinieren. Dazu wird ein halbdurchlässiger Spiegel im Winkel von 45 Grad so vor die Kamera gestellt, dass er das Modell spiegelt, z.B. ein vielstöckiges Gebäude. Durch den Spiegel hindurch blickt die Kamera auf die Schauspieler, die vor den Kulissen des Erdgeschosses agieren. Wenn Perspektive und Beleuchtung von Kulisse und Modell übereinstimmen und die jeweils nicht zu zeigenden Bereiche schwarz abgedeckt werden, entsteht der Bildeindruck von Schauspielern vor einem großen Gebäude.
Schüfftan entwickelte die Technik weiter, indem er später die Spiegelschicht vom Glas teilweise abkratzte, um so beliebig geformte durchsichtige Bereiche zu schaffen. Bekannte Filme mit solchen Szenen sind Metropolis (1927, Fritz Lang) und Blackmail (1929, Alfred Hitchcock).


Artikel zuletzt geändert am 22.07.2011


Verfasser: MKE


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