Lexikon der Filmbegriffe

fluid camera

auch: fluent camera style; dt. wörtlich: „flüssige Kamera“; manchmal: fließende Kamera; auch: flüssig bewegte Kamera

Alle sanften Kamerabewegungen – Fahrten, Schwenks, Kombinationen beider, Steadicam-Aufnahmen – werden als fluid camera zusammengefasst. Auch wenn die Bewegung mit gelegentlicher Unschärfe erkauft werden muss, gestattet sie es, den Zuschauer in den inneren Raum einer Szene hineinzuziehen (wie in den langen Fahrten in Otto Premingers Fallen Angel, 1945). Es war vor allem die Steadicam, die ein neues Feld fließender Bewegung eröffnete, in der die Kamera den Akteuren und Handlungen folgen konnte, wie es die oft ruckelige, von Stößen und Verreißungen gestörte Handkamera nie sein konnte (wie die Labyrinthszene in Stanley Kubricks The Shining, 1980, oder die Museumsszene in Brian de Palmas Dressed to Kill, 1980). Fluid-Camera-Sequenzen verringern das Tempo, insbesondere, wenn es sich um subjektive Aufnahmen handelt, ermöglichen dafür aber eine erhebliche Intensivierung der Darstellung. Darum auch wird gern im Horrorfilm mit Fluid-Camera gearbeitet (etwa schon in Mario Bavas La Maschera del Demonio, 1960, in dem die Kamera als Subjektive des Täters dynamisiert und so zur Erhöhung der Spannung, aber auch zur perspektivischen Irritation beiträgt).

Referenzen:

Steadicam


Artikel zuletzt geändert am 02.08.2011


Verfasser: JH


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