Lexikon der Filmbegriffe

Unterwasserfilm

Der Unterwasserfilm hat als Subgenre des Tierfilms und als Schauplatz im Abenteuerfilm eine lange Geschichte. Schon 1903 drehte Georges Méliès Das Königreich der Feen, in dem Wassernymphen zwischen Fischen und Meerespflanzen spielen (Méliès hatte die Kamera vor ein Aquarium gestellt). Mit Thirty Leagues Under the Sea (1914) von Charles Williamson wurde tatsächlich zum ersten Mal der Meeresgrund erforscht. Die Söhne von Williamson drehten weitere Dokumentarfilme aus einem Unterseeboot, u.a. With Willam Beneath the Sea (1932). Mit Hans Hass (Menschen unter Haien, 1943; Abenteuer im Roten Meer, 1951) und dem Tiefseeforscher Jacques-Yves Cousteau entstehen die bedeutendsten Beiträge (Die schweigende Welt, 1955; Welt ohne Sonne, 1964), während Peter Gimbel und James Lipsomb mit Blaues Wasser, weisser Tod (1971) einen sehr erfolgreichen Dokumentarfilm über weiße Haie produzierte.
Im Spielfilmbereich waren es wieder die Gebrüder Williamson, die mit The Submarine Eye (1917) die Vorlage für die meisten Unterwasser-Abenteuerfilme lieferten: Es geht um die Bergung eines versunkenen Schatzes vor den Bahamas. Weitere Beispiele: Cecil B. DeMilles Farbfilmepos Piraten im Karibischen Meer (1942), Um 9 Uhr geht die Erde unter (1953) von Budd Boetticher, Der Knabe auf dem Delphin (1957) von Jean Neguleso sowie Die Tiefe (1977) nach Peter Benchley. Auch der Science-Fiction-Film bedient sich gern des Meeresgrunds, so in 20.000 Meilen unterm Meer (1954) von Richard Fleischer nach Jules Verne, Unter Wasser rund um die Welt (1966) von Andrew Marton und The Abyss (1989) von James Cameron. 

Literatur: Jan-Christopher Horak: Der Unterwasserfilm. In: Handbuch Tauchen. München/Wien/Zürich: BLV Verlag, 1996.


Artikel zuletzt geändert am 12.10.2012


Verfasser: JCH


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