Lexikon der Filmbegriffe

Bildtitel

auch: Bildertitel

Es gibt eine lange Diskussion darüber, ob Titel zu den Bildern gehören, denen sie zugeordnet sind, oder nicht. Es scheint sich anzudeuten, dass es sich bei älteren Bildern gewöhnlich so verhält, dass der Titel eine Widergabe des tatsächlichen oder intendierten Bildinhalts in sprachlicher Form ist. Erst da, wo sich das gegenständliche Band zwischen bezeichnetem und dargestelltem Inhalt lockert, wo es gar zerreißt, gewinnt der Titel für die Aufnahme und das Verständnis des Bildes immer größere Bedeutung. Bild und Titel werden in der Rezeption integriert und synthetisiert. Titel geben u.U. der Wahrnehmung des Bildes gedankliche, ideelle und ideologische Präzision. Dabei kann sich das Gewichtungsverhältnis zwischen Titel und Bild so verschieben, dass das Bild nur die subsidiäre Funktion bei der Formulierung eines Sinnes hat, der zwar nicht ohne das Bild formuliert werden kann, aber primär Leistung des Textes ist.

Literatur: Christina Kröll: Die Bildtitel Klees. Eine Studie zur Beziehung von Bild und Sprache in der Kunst des 20. Jahrhunderts. Diss. Bonn 1968. – Preisendanz, Wolfgang: Verordnete Wahrnehmung. Zum Verhältnis von Photo und Begleittext. In: Sprache im technischen Zeitalter, 37, 1971, S. 1-8.


Artikel zuletzt geändert am 12.10.2012


Verfasser: HJW


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