Lexikon der Filmbegriffe

Motion Picture Alliance for the Preservation of American Ideals (MPAPAI)

auch kurz: MPA, MPAPAI; dt. etwa: Film‑Allianz zur Bewahrung amerikanischer Ideale

Die Motion Picture Alliance for the Preservation of American Ideals wurde als Zusammenschluss US‑amerikanischer konservativer und nationalistischer Filmschaffender am 4.2.1944 ins Leben gerufen. Der Verband sollte sich dem Kampf gegen die Ausbreitung kommunistischer, liberalistischer und faschistischer Gruppen in der amerikanischen Filmindustrie, insbesondere in den Filmgewerkschaften, widmen. Strikter Antikommunismus und Antifaschismus sowie die Berufung auf Werte der amerikanischen Verfassung wurden in einem „Statement of Principles“ niedergelegt, in der auch der Verdacht schriftlich fixiert wurde, die Filmindustrie sei dominiert von Kommunisten, Radikalen und Verrückten. Schon früh konzentrierte sich die MPA aber auf die Bekämpfung des Kommunismus, kooperierte eng mit dem House Committee on Un‑American Activities (HUAC) – die meisten der wohlgesonnenen Zeugen und Denunzianten waren Mitglied der Allianz (wenngleich meistens eine Mitarbeit im HUAC später von der Hand gewiesen wurde). Zu den Mitgliedern der Alliance zählten Schauspieler wie Gary Cooper (der sich bald kritisch gegen die MPA wandte), Irene Dunne, Clark Gable, Ronald Reagan, Ginger Rogers, Barbara Stanwyck und John Wayne (der von 1948-52 den Verband leitete), Regisseure und Produzenten wie Cecil B. DeMille, Walt Disney, Victor Fleming, Howard Hawks, Leo McCarey, Norman Taurog, King Vidor und Sam Wood, Journalisten wie die Kolumnistin Hedda Hopper oder die Journalistin und Christian-Science-Aktivistin Lela Owens McMath Rogers (die Mutter von Ginger Rogers) u.a. Sam Wood wurde zum ersten Präsidenten gewählt, Walt Disney, Cedric Gibbons und Norman Taurog waren die Vizepräsidenten. 1975 löste sich die MPA auf, im selben Jahr wie die Nachfolgeorganisation des HUAC, das Internal Security Committee.

Literatur: Noakes, John A.: Official Frames in Social Movement Theory: The FBI, HUAC, and the Communist Threat in Hollywood. In: The Sociological Quarterly 41,4, Sept. 2000, S. 657-680.


Artikel zuletzt geändert am 09.03.2014


Verfasser: HHM


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