Lexikon der Filmbegriffe

Production Code

Instrument der freiwilligen Selbstkontrolle, Regelwerk, das die Darstellung von Sexualität, Gewalt und Rauschmittelkonsum in Filmen reguliert und Instrument der Marktkontrolle in den Händen der großen Studios. Im Jahr 1930 formuliert von Martin Quigley, dem Herausgeber der Branchenzeitung Motion Picture Herald und Daniel Lord, einem Jesuitenpater aus Chicago, wurde der Code auf Druck der katholischen Laienorganisation 1934 wirksam in Kraft gesetzt. Fortan mussten alle Filme der Majors, die ins Kino kamen, ein Approbationssiegel der Production Code-Administration aufweisen, womit Independent-Filme mit riskantem Inhalt von den lukrativen Spielorten in der Kinoauswertungskette ausgeschlossen waren, da diese von den Studios kontrolliert wurden. Der Code wurde 1956 de facto außer Kraft gesetzt, als Otto Preminger The Man with the Golden Arm, einen Film über Drogensucht mit Frank Sinatra, ohne das PCA-Siegel in die Kinos brachte. 1966 wurde der Code de iure abgeschafft und 1968 durch das Rating-System ersetzt.

Referenzen:

Hays-Code: Gründung

Hays-Code: Praxis und Ende

Production Code Administration (PCA)


Artikel zuletzt geändert am 19.10.2012


Verfasser: VH PV


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