Lexikon der Filmbegriffe

Low-Budget-Produktion

deutsch: Film, der mit beschränkten finanziellen Mitteln hergestellt worden ist; auch: Low-Budget-Film

Was man als ein geringes Finanzvolumen für die Herstellung eines Films ansieht, ist in der Filmwirtschaft wie im sonstigen Leben eine sehr relative Größe: Mit 15 Millionen Euro können die großen Studios der Hollywood Majors heutzutage kaum einen Film finanzieren, doch bedeutet die gleiche Summe für eine kleine Independent-Firma, erst recht für den einzelkämpferischen Experimentalfilmer, häufig bereits einen Verschuldungshorizont, an den nicht einmal zu denken ist. Auf der Grundlage von Kostenstatistiken der Mitte der 1990er Jahre hat die amerikanische Screen Actors Guild (SAG) 1996 versucht, Low-Budget-Produktionen in den USA so zu klassifizieren, dass sich daraus konkrete Richtgrößen für die Entlohnung von Schauspielern ableiten lassen. Herausgekommen sind dabei fünf Kategorien:

Low Budget Agreement bei Produktionen unter $2 Mio;
Affirmative Action Low Budget bei Produktionen unter $2,8 Mio (mit zusätzlichen Bedingungen für behinderte Mitarbeiter);
Modified Low Budget Agreement: Produktionen unter $500.000;
Limited Exhibition Agreement: Produktionen unter $200.000;
Experimental Film Agreement: Produktionen unter $75.000.

Für viele Filmfans allerdings ist die Einstufung als Low-Budget-Film, als „Billigproduktion“, in erster Linie eine Anmutungskategorie, bei der ein misslungenes Drehbuch, mäßig gelungene Special Effects, schlecht geführte Schauspieler in lächerlichen Kostümen usw. – oft fälschlicherweise – mit den eingesetzten finanziellen Mitteln ins direkte Verhältnis gesetzt werden. (LK)

Literatur: Clevé, Bastian: Film production management. 2nd ed., Boston: Focal Press 2000, S. 51-62.


Artikel zuletzt geändert am 13.10.2012


Verfasser: LK


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