Lexikon der Filmbegriffe

Matte

auch: Matte-Verfahren, Matte painting; engl.: matte shot; Variante von engl.: mat; vom franz. Adjektiv: mat, mate = matt, dunkel, in Malerei und Kunstgeschichte von Bildhintergründen gesagt; von dort das engl. Substantiv mit der speziellen Bedeutung „rückwärtige Verstärkung eines Bildes“

(1) Mit engl. matte ist in der Kamera-Aufnahmetechnik eine dunkle, zumeist schwarze Abdeckung aus Metall, Pappe oder ähnlichem gemeint. Während in den Anfangstagen des Films für Trickaufnahmen ein Objektbereich tatsächlich mit einer schwarzen Matte abgedeckt wurde, „maskierte“ man später die Kameralinse mittels eines Vorsatzes.
(2) Bei der räumlichen Gestaltung von Szenen bezieht sich die Rede von matte auf einen künstlerisch gemalten bzw. am Computer entworfenen Hintergrund oder Vordergrund, der beim Zuschauer den Eindruck von Realität und Echtheit hervorrufen soll. Beim sogenannten glass painting (auch: matte painting, dt.: Vorsatzmalerei) nimmt die Kamera durch eine bemalte Glasscheibe hindurch die gespielte Szene dahinter auf. Der Hintergrund kann aber beispielsweise auch als Dia von hinten in die Szene projiziert werden (als Rückprojektion also). Von zunehmender Bedeutung sind heute die computertechnischen Verfahren des matte painting, die schnelle Korrekturen und Verbesserungen ermöglichen und auch bewegte Hintergründe zulassen.
Zwar sind Realitäts- und Echtheitsanmutung das ursprüngliche Ziel der meisten Anwendungen eines Matte-Verfahrens, doch kann ein solches durch das beiläufige Sichtbarmachen der Künstlichkeit einer Situation durchaus wie ein rhetorisches Mittel eingesetzt werden und so etwa der ironischen Brechung dienen, wie z.B. der gemalte Hafen-Hintergrund in Hitchcocks Marnie (USA 1964), den der berühmte matte artist Albert Whitlock in Szene gesetzt hat.
Die persönlichen Arbeitsweisen und speziellen Tricks der einzelnen von den Studios angestellten Matte-Künstler wurden lange Zeit eifersüchtig geheimgehalten.

Literatur: Vaz, Mark Cotta / Barron, Craig: The invisible art: the legends of movie matte painting. San Francisco: Chronicle Books 2002; Nachdr. 2004.

Referenzen:

Animascope

Chromakey-Verfahren

garbage matte

matte artist

matte box

Matte lines

matte screen

matte shot

Newcombe shot

Travelling Matte

Vorsatzmalerei

Wandermaske


Artikel zuletzt geändert am 19.10.2012


Verfasser: LK


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