Lexikon der Filmbegriffe

Zyklorama

engl.: cyclorama; gebräuchliche Kurzform: cyc; deutsch auch: Rundhorizont; v. lat.: cyclus (von griech.: kýklos) = Kreis, Ring + griech.: hórama = das Sehen, das Geschaute, der Anblick; eigentlich: Rundblick, davon die theater- und filmtechnische Bedeutung: „künstlicher Rundhintergrund, Rundhorizont“

Das deutsche Wort Zyklorama meint in der Regel eine Rundleinwand, so wie sie bereits im 19. Jahrhundert als Projektionsfläche für große Szenarien wie z.B. Städtepanoramen diente. Für das Bühnentheater hatte der spanische Maler, Designer und Erfinder Mariano Fortuny y Madrazo in Deutschland seit 1902 kuppelförmig gewölbte, aufgemauerte und verputzte Zykloramen entworfen (engl. auch fortuny dome genannt), um im Zusammenspiel mit entsprechender Beleuchtung die Illusion von Himmel und unendlichem Raum erzeugen zu können. Derartig aufwendige Konstruktionen wurden später durch hängende und gebogene Vorrichtungen ersetzt (etwa Vorhänge), von denen sich die filmtechnisch bis heute verwendeten Teil-Zykloramen ableiten.
Beim technischen Szenen- und Beleuchtungsbau ist mit engl. cyclorama (oder meistens kurz cyc) ein großes, nach Bedarf farbiges Stück Leinwand, Pappe oder Papier in der Form eines konkaven Bogens gemeint, das als künstlicher Hintergrund (backdrop) dient oder Himmel darstellen soll. Am Boden sorgt eine Batterie von Lampen, genannt cyc(lorama) strip/light, für gleichmäßige Ausleuchtung.

Literatur: Millerson, Gerald: Lighting for television and film. 3rd ed., Oxford / Boston: Focal Press 1999, S. 417-419 [mit Abb.].

Referenzen:

backdrop

Background (1)

Background (2)

Beleuchtung

Diorama I: Illusionsszenen

Diorama II: Schaukästen

flat

limbo

Panorama

set


Artikel zuletzt geändert am 04.01.2012


Verfasser: LK


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