Lexikon der Filmbegriffe

Rekommandeur

von lat.: recommendare = empfehlen, anbieten; auch: Anpreiser, Ausrufer

Auf den Jahrmärkten findet man sie bis heute – die Kommentatoren und Sprüchemacher, die per Mikrophon und Lautsprecher das Geschehen in Fahrgeschäften und Karussells untermalen, dem Publikum einheizen und zum Mitmachen verlocken. Rekommandeure gab es auch in der Geschichte des Kinos: Die Kinos der Frühzeit entstanden aus Varieté-Betrieben, und sie griffen auf Formen der Direktwerbung zurück, mit denen jene gearbeitet hatten. Die Ausrufer – oft die Kinobetreiber selbst – standen auf der Straße vor den Kinos (seien es Saal- oder Zeltbetriebe) oder standen auf einem Plafond vor dem Eingang und bewarben die laufenden Vorstellungen mit unterschiedlichsten Methoden bei der Laufkundschaft. Es gab immer wieder Beschwerden von Anliegern. Noch vor dem ersten Weltkrieg verschwand diese Form der Filmwerbung, Aushangkästen, Vorschauen und Besprechungen und Reklame in der Tages- und Wochenpresse lösten die Rekommandeure ab. 


Artikel zuletzt geändert am 17.09.2012


Verfasser: AS


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