Lexikon der Filmbegriffe

Zeitlupe / Zeitraffer

Stimmen die Geschwindigkeit der Aufnahme und der Projektion nicht überein, kommt es zum Zeitlupen- (bei langsamerer Projektion) oder zum Zeitraffereffekt (wenn die Projektion schneller erfolgt als die Aufnahme. Im Englischen spricht man auch vom overcranking bzw. undercranking (im Deutschen manchmal als Über- bzw. Unterdrehen) der Kamera, eine Ausdrucksweise, die aus der Zeit stammt, als die Kamera noch von Hand gekurbelt wurden. Ein Zeitraffereffekt entsteht auch bei der Vorführung alter Filme, die in einem anderen Tempo gedreht worden sind: Stummfilme wurden in einer Geschwindigkeit von 16 bis 18 Bildern pro Sekunde aufgenommen, werden heute aber oft mit der Standardgeschwindigkeit vorgeführt, was zu dem schnellen Bewegungsrhythmus der Akteure führt.

Literatur: Becker, Andreas: Perspektiven einer anderen Natur. Zur Geschichte und Theorie der filmischen Zeitraffung und Zeitdehnung. Bielefeld: Transcript 2004.

Referenzen:

Überdrehen / Unterdrehen


Artikel zuletzt geändert am 12.07.2011


Verfasser: HJW


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