Lexikon der Filmbegriffe

Anschluss: Bewegungskontinuität

Wann und unter welchen Bedingungen eine sich über zwei aufeinanderfolgende Einstellungen A und B erstreckende Bewegung kontinuierlich erscheint, ist in der Literatur strittig. Behaupten die einen, dass eine Bewegung, die in A begonnen wurde, genau in dem Moment in B wiederaufgenommen werden müsste, behaupten andere, dass ein Teil der Bewegung verdoppelt werden müsse, und wieder andere, dass die Bewegung, die in B wiederaufgenommen wird, um einige Bildfelder fortgeschritten sein müsse. Nach letzterer These muss eine Bewegung, die durch einen Schnitt getrennt ist, diskontinuierlich gemacht werden, um den Eindruck eines kontinuierlichen Fortgangs zu ermöglichen. Empirische Untersuchungen belegen, dass der Eindruck eines kontinuierlichen Fortgangs der Bewegung („phänomenale Kontinuität“) sich nur bei Auslassung mehrerer Bildfelder einstellt.

Literatur: Kalkofen, Hermann / Hecht, Heiko: Phänomenale Kontinuität im Filmschnitt. Vortrag, 17. Film- und Fernsehwissenschaftliches Kolloquium, Mannheim 2005.


Artikel zuletzt geändert am 13.10.2012


Verfasser: HKA


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