Lexikon der Filmbegriffe

auslösendes Moment

auch im Deutschen werden oft die englischen Bezeichnungen verwendet: point of attack, triggering incident, inciting incident

Das erste wichtige Ereignis – jener Punkt, an dem der Plot des Films beginnt, der Moment, der alles Folgende auslöst – in einem Film wird in der Literatur unterschiedlich genannt: Point of Attack, Triggering oder Inciding Incident, Hook oder Kick-off sind gebräuchliche Begriffe für. Das „auslösende Moment“ bringt das Leben des Protagonisten aus seinem Gleichgewicht, sei es, dass ihm etwas widerfährt oder dass er es selbst verursacht. Sinnvollerweise beinhaltet es auch die Reaktion des Protagonisten, dieser muss die veränderte Situation auch als solche wahrnehmen, seine Reaktion wird den Fortgang des Plots bestimmen. Das auslösende Moment ist somit auch jener Punkt, an dem das „Ziel“ des Protagonisten deutlich oder sogar erst definiert wird, welches immer auch darin besteht, das ursprüngliche Gleichgewicht oder ein Äquivalent wiederherzustellen.
Das auslösende Moment wird zumeist durch einen (unbewussten) Fehler des Protagonisten, einen Auftrag oder durch den Zufall bestimmt. Der Zufall, der ansonsten im Klassischen Hollywoodkino verpönt ist, hat nur hier seine Legitimation.
Das auslösende Moment befindet sich zumeist im ersten Viertel des Films, ob in den ersten Minuten wie etwa in Sullivan‘s Travels (1941) oder erst nach 32 Minuten wie in Casablanca (1942).

Literatur: McKee, Robert: Story. Substance, structure, style and the principles of screenwriting. London: Methuen 1999. – Krützen, Michaela: Dramaturgie des Films. Wie Hollywood erzählt. Frankfurt: Fischer 2004.
 

Referenzen:

plot point


Artikel zuletzt geändert am 12.10.2012


Verfasser: CT


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