Lexikon der Filmbegriffe

étalonnage (numérique)

von franz. étalonner = eichen, kalibrieren; deutsch: (digitale) Kalibrierung; (digitale) Farbkorrektur; englisch: (digital) color correction; (color) timing;

Der französische Ausdruck, der auf der Ebene der Postproduktion weitgehend dem labortechnischen Verständnis des englischen Fachausdrucks (color) timing entspricht, betont die messtechnische Tätigkeit des Kalibrierens, wobei bestimmte Kennwerte wie etwa elektronische Körnigkeit (grain numérique), Luminanz (Leuchtkraft) und Chrominanz (Farbart) der zu verschiedenen Zeiten und unter unterschiedlichen Bedingungen von der Kamera aufgenommenen Filmbilder auf ein erwünschtes, genau angepasstes Maß gebracht werden, so dass Folgen von Bildern und Tönen vergleichbarer und vor allem gleichbleibender Qualität erzeugt werden können. Dazu dienen als Referenz die color profiles und look up tables des International Color Consortium (ICC).
Dabei werden am Computer auch Farbfehler wie Farbstiche, mangelhafte oder zu starke Kontraste (Gamma-Werte), ungenügende Sättigung oder Farbflackern beseitigt und Helligkeit, Sättigung und Tonwerte einer durch einen erfahrenen Fachmann weitgehend automatisierbaren Korrektur unterzogen. In einem weiteren Arbeitsgang können an bestimmten Stellen des Bildes gezielt Veränderungen zur Erzeugung von Effekten vorgenommen werden (étalonnage local).
Computerisierte Compositing- und Schnittprogramme ersetzen heute bei der technischen Nachbearbeitung des digitalen Films immer mehr die traditionellen physikalischen und photochemischen Laborverfahren zur Bildkorrektur und Erzeugung optischer Effekte.
Auch traditionell auf 35mm-Material aufgenommene Filme werden heute digitalisiert und dann mit elektronischen Korrekturverfahren weiter bearbeitet. Ein solches Vorgehen hat den Vorteil, dass die Bildqualität nicht - wie beim herkömmlichen Laborverfahren unvermeidlich – durch weitere Kopiervorgänge herabgesetzt wird.

Literatur: Bernard, Hervé: L'image numérique et le cinéma: un pont entre l'argentique et le numérique. Avec la contribution de François Helt et de Matthieu Sintas. Paris: Eyrolles 2000. – Humblet, Aude: L'étalonnage, quel matériel, quel usage? Mode d'emploi en post-production. Paris: AFC: CST 2000 (Les Cahiers de l'AFC: CST).

Referenzen:


Artikel zuletzt geändert am 20.07.2011


Verfasser: LK


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