Lexikon der Filmbegriffe

Blende II: Ab-, Auf- und Überblendung

engl.: fade-in, fade-out (für Auf- und Abblende), dissolve (für Überblende)

Eine Abblende ist eine allmähliche Verringerung der Blendenöffnung, bis das Bild schwarz wird; eine Aufblende ist das genaue Gegenteil – die sich langsam öffnende Blende manifestiert sich als langsam aus Schwarz aufscheinendes Projektionsbild. Eine Überblendung ist eine Kombination aus beiden: Das erste Bild wird ab-, das zweite aufgeblendet. Die Überblendung zählt ebenso wie das Doppel von Ab- und Aufblende typologisch zu den „Einstellungsverbindungen“ – zu denen auch Schiebe-, Wisch-, Klapp-, Jalousie-, Fett-, Rauch-, Iris-, Kasten- und andere Blenden gehören –, die Cohen-Séat als filmische „Interpunktionsmittel“ angesehen hat, damit zugleich den wichtigsten syntaktischen Funktionskreis benennend, in dem Blenden stehen.
Im Kino der 1930er und 1940er Jahre war die Überblendung recht eindeutig kodifiziert als Mittel, mit dem Szenenübergänge, Rückblenden und subjektive Bilder wie z.B. Traumsequenzen markiert wurden und in dieser Funktion sehr häufig in Gebrauch. Außerdem diente sie dazu, Zeitsprünge anzuzeigen. Heute ist sie sehr viel unbedeutender geworden.

Literatur: Hans J. Wulff: Visuelle Reflexivität, Transition, Punktuierung: Die Blenden und Überblendungen als Mittel der filmischen Rede. In: Nicht allein das Laufbild auf der Leinwand... Strukturen des Films als Erlebnispotentiale. Hrsg. v. Jörg Frieß, Britta Hartmann u. Eggo Müller. Berlin: Vistas 2001, S. 139-159 (Beiträge zur Film- und Fernsehwissenschaft. 42,60.).


Artikel zuletzt geändert am 13.10.2012


Verfasser: HJW


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