Lexikon der Filmbegriffe

Teufelsaustreibung

auch: Exorzismus

Die Präsenz des Teufels im Kino manifestiert sich nicht nur personal im Auftritt des Diabolischen oder des Teufels höchstpersönlich in menschlicher Gestalt, sondern oft aus Besessenheit. Diese Filme setzen oft bei unerklärlichen, normüberschreitenden Phänomenen ein, seien sie harmloser (selbsttätiges Tischerücken, unheimliche Geräusche auf dem Dachboden) oder entsetzlicher Art (Persönlichkeitsveränderungen, Satanismus, Wahnsinn, Schwarze Messen, Rituale). Manchmal fanatisierte Priester gelangen zur Überzeugung, dass der Leibhaftige von diesen Figuren Besitz ergriffen habe (auffallend oft handelt es sich um kindliche Protagonisten oder Frauen) und also ausgetrieben werden müsse – mit Besprechen, mit eigenen Ritualen oder mit manchmal archaisch anmutenden Mitteln, die oft genauso entsetzlich sind. Ähnlich wie bei der Figur der Hexe ist die Sexualität der Besessenen fast immer ein Subthema der Geschichten, der Akt des Exorzismus erweist sich dann als Akt der „Heilung“ und Normalisierung.

Beispiele: The Devils (1970, Ken Russell); The Exorcist (1973, William Friedkin); The Witches of Eastwick (1987, George Miller).


Artikel zuletzt geändert am 23.07.2011


Verfasser: PB


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