Lexikon der Filmbegriffe

filmhistorische Dokumentation

Sammelbegriff für ein dokumentarisches, v.a. als Auftragsproduktion des Fernsehens entwickeltes Format, das alle möglichen Aspekte der Filmgeschichte personen- oder sachbezogen thematisiert. Die Themen und Formen variieren vom beliebten Dokuporträt von Regisseuren und Regisseurinnen, deren Leben und Œuvre beschrieben werden, über Personenporträts von Akteuren und Aktricen und anderen Filmschaffenden, Firmengeschichten, ästhetische Richtungen und Stilen bis zum sogenannten, mehr oder weniger werblichen Making-Of, in dem über die Dreharbeiten zu einem einzelnen Film berichtet wird. Themen sind häufig auch die Beziehung zwischen Film und Politik sowie Entwicklungslinien der Filmtechnik. Meist werden Filmausschnitte kompiliert und mit Kommentar versehen und in Interviews Zeitzeugen, Weggefährten und Verwandte der Porträtierten befragt. 

Beispiele: Erfindungsgeschichte des Films wie in Was geschah wirklich zwischen den Bildern? Über die Geburt des Films (1985, Werner Nekes); historischer UFA-Stil, verdeckte Propaganda in Produktionen Nazi-Deutschlands: Deutschland erwache! (1968, Erwin Leiser); Potpourri-Formen wie That‘s Entertainment (1974, Jack Haley, Jr.), der die Musical-Geschichte vorstellt; die von Franco Zeffirelli vorgetragene Lebens- und Erfolgsgeschichte Maria Callas‘ (in: Callas: A Documentary, 1978, John Ardoin); fernsehgeschichtliche Überblicksdarstellungen wie Vom Kellerkind zur Primadonna: Die Geschichte der Tagesschau (1990, Christian Herrendoerfer / Winfried Scharlau).


Artikel zuletzt geändert am 13.10.2012


Verfasser: UK


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