Lexikon der Filmbegriffe

limelight

von englisch lime = Kalk, Kalkstein + light = Licht, Beleuchtungskörper; auch: lime light; calcium light; Drummond light; oxycalcium light

Seit 1825 hatte der britische Schiffsoffizier Thomas Drummond eine bereits ältere chemietechnische Entdeckung dazu genutzt, anpassbare, mobile Lichtquellen zu entwickeln. Er richtete in einer blendlaternenartigen Vorrichtung einen Sauerstoffstrahl und Wasserstoffstrahl auf einen Block mit Calciumoxid (gebrannter Kalk oder Ätzkalk) und entzündete die Gase. Dabei wurde durch Glühen des Kalks ein sehr helles, intensiv strahlendes Licht erzeugt, ohne dass der Klumpen selbst verbraucht wurde. Zudem ließ sich der Lichtstrahl gezielt leiten und scheinwerferartig ausrichten. Bereits seit 1837 benutzte man derartige Lampen in Londoner Theatern, um von Brüstungen oder Balkonen aus Teile der Bühne zu beleuchten oder Sonnen- bzw. Mondlicht zu simulieren. Wer als Schauspieler in diesem Kunstlicht agieren durfte, hatte bereits eine wichtige, herausgehobene Rolle inne. Dem später dann auf beinahe alle Bereiche von herausgestellter Öffentlichkeit und gesellschaftlichem Interesse übertragenen englischen Ausdruck „to be in the limelight“ entspricht die deutsche Redewendung „im Rampenlicht stehen“.
Bevor den frühen Filmemachern mit Elektrizität betriebene Scheinwerfer und Lampen zur Verfügung standen, benutzten sie ebenfalls derartige chemische, aus dem Theaterfundus abgeleitete Lichtquellen.
Auf die atmosphärischen Konnotationen des Ausdrucks zielte – nicht als erster und auch nicht als letzter – Charles Chaplin als Regisseur bei der Titelgebung zu seinem Films Limelight (USA 1952), in dem er Höhen und Tiefen im Lebens eines beinahe abgeschriebenen Komödianten beschreibt, der durch eine neue Liebe noch einmal zu künstlerischer Kraft zurück findet.

Literatur: Bowers, Brian: Lengthening the day: a history of lighting technology. Oxford / New York: Oxford University Press 1998, S. 57-60. – Held, McDonald Watkins: A history of stage lighting in the United States in the nineteenth century. Diss., Evanston, IL: Northwestern University 1955 [Ann Arbor: University Microfilms 1955].

Referenzen:

Beleuchtung

Beleuchtung: Technik

Rampenlicht


Artikel zuletzt geändert am 24.01.2012


Verfasser: LK


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