Lexikon der Filmbegriffe

Teenagerkino

Ein Kino, das sich spezifisch an das Zielpublikum von Teenagern richtet und inhaltlich wie formal eine spezifisch jugendkulturell ausgerichtete Optik berücksichtigt (oder zumindest einen solchen Anspruch erhebt). Die Differenzierung des Publikums in ein Familien- und ein besonderes Teenagerkino datiert in die 1950er Jahre, als sich zum ersten Mal eigene Jugendkulturen aus der Stammkultur herauslösten und schnell differenzierten. Filme wie The Wild One (1953, Laszlo Benedek) oder Die Halbstarken (1956, Georg Tressler) thematisierten die Entwicklung, Rock‘n‘Roll-Filme und ähnliches zeigten an, dass sich das Publikum in feinere Geschmacks- und Alterskulturen aufspaltete.
Die Spannbreite an Genres ist groß und reicht von schnulzigen Tanzfilmen mit Happy-End (Grease, 1978, Randal Kleiser) über triefende Melo- und Familiendramen bis hin zu abgeklärten Milieustudien (Deprisa, deprisa!, 1981, Carlos Saura). Auch inhaltlich verfahren die Filme unterschiedlich: Erzählt werden hoch emotionale Liebes- und Leidensgeschichten, in denen es um die Qualen von Adoleszenz und Pubertät geht, um mehr oder weniger Schönfärberisches über das Erleben der eigenen (Homo-)Sexualität, aber auch illusionslose Geschichten über belastete Generationenbeziehungen (Rebel Without a Cause, 1955, Nicholas Ray) und Perspektivenlosigkeit in Trabantenstädten (alaska.de, 2000, Esther Gronenborn), über Initiationen, Jugendkriminalität (Supermarkt, 1974, Roland Klick) und natürlich immer wieder die Institution der Schule. Meist sind Jugendliche die Haupt- und Identifikationsfiguren; allerdings ist nicht jeder Film mit jugendlichen Hauptfiguren als Teenagerkino einzustufen.

Referenzen:

Halbstarkenfilm

High School comedy

High School Film

hood film

jeunesse dorée

Jugendfilm

Kinderfilm

preteen film

Punk und Film

Seishun-eiga

slacker movie

Teenie-Film


Artikel zuletzt geändert am 12.10.2012


Verfasser: PB


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