Lexikon der Filmbegriffe

Farce

In der Farce sind Personen stereotypisiert und unsterblich, die Dramaturgie ist auf den gag und nicht die story konzentriert, das Tempo ist so hoch wie möglich, Gewaltanwendung in Form körperlich ausagierter Aggression wird als nicht weiter schlimm gesehen. Sie ist destruktiv, zynisch, illusionslos, oft obszön und blasphemisch. Die Farce verläßt manchmal gleitend den Boden der Realität und begibt sich in die Bereiche des Abnormalen und Phantastischen. Die Farce ist Ausdruck einer unbewußt-anarchistischen Grunddisposition der amerikanischen Kultur, die zugleich aber auch individualistisch ausgerichtet ist und darum in elementaren Konflikt mit dem Konformitätsdruck der modernen amerikanischen Massengesellschaft gerät. Dieser Konflikt bildet den Bedingungsrahmen für die Farce - das Verhalten ihrer Helden wirkt wie gebannt durch die Verheißung eines befreiten Lebens. Literatur: Bermel, Albert: Farce. A history from Aristophanes to Woody Allen. New York: Simon and Schuster 1982. - Nowak, Anneliese: Die amerikanische Filmfarce. München: TR-Verlagsunion 1991 (Film, Funk, Fernsehen - praktisch. 3.).


Artikel zuletzt geändert am 13.10.2012


Verfasser: JH


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