Lexikon der Filmbegriffe

Einstellungsdauer

engl.: shot length

Als „Einstellung“ wird das ungeschnittene Stück Film zwischen zwei Bildwechseln bezeichnet. Seine Länge variiert erheblich:


– das einzelne Kader ist die minimale Länge einer Einstellung; es spielt in der Praxis der Montage nur im Ausnahmefall eine Rolle (im experimentellen Verfahren der Einzelbildmontage; der unrichtigen Anekdote folgend zum Zwecke der Störung des Flusses der Vorführung mittels Einzelbilder, die - z.B. zum Zweck der Werbung - in ein längeres Bildstück eingeschnitten werden – in der Annahme, dass sie obwohl kaum wahrnehmbar dennoch vom Zuschauer in einer „subliminalen Wahrnehmung“ aufgefaßt werden);
– der ungeschnittene Gesamtfilm ist das zweite Extrem der Einstellungslänge; es ist erst mit Hitchcocks Rope (1948) experimentell erprobt worden, bis heute aber (im Langfilm, aber auch im Kurzfilm) seltenste Ausnahme geblieben; ein neueres, digital produziertes Beispiel ist Alexander Sokurows Russian Arc (2002);


– auch kann eine ganze Sequenz in einer einzigen Einstellung realisiert werden (die man meist „Plansequenz“ nennt);
– meist sind die Szenen in Folgen einzelner Bilder aufgelöst; dabei können die Bilder kurz oder lang sein, was häufig mit dem Rhythmus der Erzählung zusammenhängt; oft spricht man nur noch von „schnell/langsam(er Bildfolge)“, gibt also einen relativen visuellen Eindruck wieder;
– „lange Einstellungen“ (long takes) bilden eine besondere Stilorientierung, die der Komposition des einzelnen Bildes mehr Raum lässt und größere Bedeutung zuordnet als bei „kurzen Einstellungen“;
– demgegenüber ist der „schnelle Schnitt“ (rapid cutting, fast cutting) einem Inszenierungsstil verpflichtet, der ganz der Dynamik der Handlung assoziiert ist.

Referenzen:

Einstellungslänge: Statistik

Flash-Cutting

flashbulb memories

Flashfilm

Plansequenz

subliminal cut


Artikel zuletzt geändert am 13.10.2012


Verfasser: HJW


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