Lexikon der Filmbegriffe

House Un-American Activities Committee (HUAC): Die Frühphase

Während der Zeit der Kommunistenhetze in Hollywood und in den gesamten Vereinigten Staaten von ca. 1947 bis 1954 (und besonders von 1950 bis 1954, der sogenannten McCarthy-Ära) wurden viele Künstler zu Aussagen vor dem House Un-American Activities Committee (HUAC) gezwungen. Viele konnten sich nur freisprechen, indem sie Kollegen denunzierten. Obwohl der Name und die Funktion des HUAC heute mit „Kommunistenjagd“ synonym ist, wurde HUAC schon in den späten 1930er Jahren ins Leben gerufen, um sowohl faschistische wie auch kommunistische Umtriebe aufzuspüren und zu bekämpfen. Die Kommission schoss sich aber von Anfang an fast ausschließlich auf die Verfolgung amerikanischer Kommunisten ein.
HUAC kam auf Einladung der MPA (Motion Picture Alliance for the Preservation of American Ideals), einer neu formierten Gruppe von rechtskonservativen Filmschaffenden, bereits 1944 nach Hollywood. Ceplair und Englund zufolge war diese Einladung jedoch nicht ausschließlich Resultat der Kommunistenangst (die Sowjetunion war ja immerhin noch Alliierter im Kampf gegen Hitler), sondern auch ein Zeichen, dass Hollywood allen Gewerkschaften, insbesondere aber der CSU (Conference of Studio Unions – einem Dachverband von fünf besonders linksgerichteten Gewerkschaften) sehr feindselig gegenüber stand. HUAC sollte also ganz gezielt alle Gewerkschaften einschüchtern.

Literatur: Larry Ceplair / Steven Englund: The Inquisition in Hollywood: Politics in the Film Community, 1930-1960. Berkeley: University of California Press 1979.


Artikel zuletzt geändert am 30.07.2011


Verfasser: RG


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