Lexikon der Filmbegriffe

Freed Unit

In der Kernphase des Hollywood-Studiosystems (bis in die 1950er Jahre hinein) war die Produktion von Genrefilmen oft sogenannten „Units“ (etwa: Produktionsabteilungen) überstellt. Die Mitarbeiter einer Unit blieben bei dieser, auch wenn ein Film fertiggestellt war. Units hatten recht große Entscheidungs-Freiräume, so dass sich oft ein eigener Stil herausbilden konnte, der dann wiederum den Studios zugerechnet wurde – die Eigenverantwortung der Units konnte sich so im Firmen-Image bemerkbar machen.
Der Musiker und Produzent Arthur Freed gab einer der bekanntesten Units der Filmgeschichte seinen Namen – der Freed-Unit. Freed hatte seit 1929 bei MGM gearbeitet, hatte 1939 erste eigene Produktionen verantwortet. Er verpflichtete den Broadway-Regisseur Vincente Minelli sowie den Tänzer Fred Astaire für MGM. Zu seiner Unit gehörten die Choreographen Michael Kidd und Bob Fosse sowie die Autoren Roger Edens, Betty Comden und Adolph Green. Durch die vertragliche Bindung der meisten kreativen Mitarbeiter konnte die Unit in den Jahren zwischen 1940 und 1960 ein Qualitäts-Niveau erreichen, das bei freier Produktion wohl nur mit erheblichem Mehraufwand hätte erreicht werden können. Zu den über 40 Produktionen der Freed-Unit gehören Meet Me in St. Louis (1944, Vincente Minelli), An American in Paris (1951, Vincente Minelli), Singin‘ in the Rain (1952, Gene Kelly, Stanley Donen), The Band Wagon (1953, Vincente Minelli) und Gigi (1958) produziert. Die Freed-Produktionen etablierten den neuen Stil, die Gesangsnummern nicht als Unterbrechungen der Geschichte anzusehen, sondern als deren integralen Anteil.

Dokumentation: Musicals Great Musicals: The Arthur Freed Unit at MGM (USA 1996, David Thompson); TV-Dokumentation.

Literatur: Fordin, Hugh: The Movies‘ Greatest Musicals. The Arthur Freed Unit. New York: Ungar 1984. Repr. New York: Da Capo Press 1996. Mehrere Übers.


Artikel zuletzt geändert am 01.08.2011


Verfasser: HHM


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