Lexikon der Filmbegriffe

Gloria Filmverleih

Eine der ersten Verleihlizenzen erhielt Ilse Kubaschewski (Rufname: „Kuba“) 1949 von den Alliierten. Sie gründete zusammen mit Ludwig Waldleitner den Gloria-Filmverleih; Waldleitner verließ 1951 die gemeinsame Firma und gründete Roxy-Film. Mit dem für seine Serien und Billigfilme bekannten US-Studio Republic Pictures schloss Gloria einen Exklusivvertrag. Sechs Serienfolgen wurden zu einem Abendprogramm zusammengebunden und erfolgreich gezeigt (zu den Programmen gehörte die Zorro- und die Dr.-Fu-Man-Chu-Serie). Schon bald begann die Gloria, sich an der Produktion von Filmen zu beteiligen (mit der Produktionsfirma Divina, gegründet 1953). Heimatfilme wie Grün ist die Heide (1951), Familiensagas wie Die Trapp-Familie (1956), Kriegsfilme wie 08/15 I-III (1954-56), Abenteuerfilme wie Das indische Grabmal (1958), Kriminalfilme wie Nachts, wenn der Teufel kam (1957) – in Produktion und Verleih setzte die Gloria von Beginn an auf Genre-Ware; allerdings war die Firma auch an Filmen wie La dolce vita (1960) beteiligt. Insbesondere die Heimatfilmwelle anfangs der 1950er Jahre war beständige Einnahmequelle – mit Stars wie Rudolf Prack, der seit 1951 unter Exklusivvertrag stand, und Filmen wie Ave Maria (1953) und Ich hab‘ mein Herz in Heidelberg verloren (1952). Noch an den Edgar-Wallace- und Karl-May-Filmen der 1960er Jahre und den Softporno- und Pennälerfilmen der frühen 1970er Jahre (u.a. der Schulmädchenreport-Serie) beteiligt, wurde der Gloria Filmverleih 1973 an die UIP verkauft.


Artikel zuletzt geändert am 01.08.2011


Verfasser: AS


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