Lexikon der Filmbegriffe

Nickelodeon

dt.: Ladenkino, Kintopp

Das Nickelodeon (zusammengesetzt aus Nickel: amerikanische 5 Cent-Münze, gr. odeion = kleine Halle für Musikdarbietungen, Rezitationen und Vorträge) ist das amerikanische Gegenstück zum deutschen Kintopp: ein primitiv ausgestattetes Kino, das für niedrige Eintrittspreise Unterhaltung bot. Für den amerikanischen Filmhistoriker Charles Musser beginnt die Nickelodeon-Ära 1905, als sich die wandernden Schausteller in den Zentren großer Städte wie Pittsburgh niederließen und in ehemaligen Verkaufsräumen Filmvorführstätten eröffneten, die sogenannten Ladenkinos. Im Gegensatz zum ambulanten Filmvorführer, der von Jahrmarkt zu Jahrmarkt, von Versammlungsraum in Gaststätten zum Hinterzimmer in Hotels zog und vor immer neuem Publikum spielte, hatte der Nickelodeon-Besitzer bald Stammgäste, für die er ein- bis zweimal pro Woche das Programm wechselte. Lange wurden die Nickelodeons hauptsächlich von Emigranten und Arbeitern besucht. Vorläufer waren die sogenannten Penny Arcades, die in ähnlichen Räumen technische Neuheiten wie Edisons Kinetoskop und Phonograph einer Laufkundschaft darboten. Aus dem Nickelodeon entwickelte sich das Moving Picture Palace, das mehr Komfort bot und auf ein Mittelschichtspublikum abzielte.

Literatur: Bowers, Q. David: Nickelodeon theatres and their music. Vestal, N.Y.: Vestal Press 1986. - Burrows, Jon: Penny Pleasures: Film exhibition in London during the Nickelodeon era, 1906-1914. In: Film History 16,1, 2004, S. 60-91 [1]; Film History 16,2, S. 172-197 [2]. – Labosier, James: From the Kinetoscope to the Nickelodeon: Motion Picture Presentation and Production in Portland, Oregon from 1894 to 1906. In: Film History 16,3, 2004, S. 286-323.

Referenzen:

Kellerkino

Kintopp

Ladenkino

Penny-Arkaden


Artikel zuletzt geändert am 06.02.2012


Verfasser: SL


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