Lexikon der Filmbegriffe

Neue Visionen

Der Filmverleih Neue Visionen wurde 1997 von Wulf Sörgel und Torsten Frehse gegründet. Von Beginn an widmete sich die Firma unabhängigen und ästhetisch wie politisch ambitionierten Produktionen. Zu den ersten Titeln im Programm gehörten Black Moon (Frankreich 1975, Louis Malle), Suzie Washington (Österreich 1998, Florian Flicker) und Ekspres, Ekspres (Slowenien 1997, Igor Šterk). Die deutsche Produktion Die totale Therapie (1998, Christian Frosch), Ken-Loach-Filme wie Bread and Roses (2000) und The Navigators (2001), der Dokumentarfilm Starbuck Holger Meins (BRD 2001, Gerd Conradt), das bittere Arbeitswelt-Drama Ressources humaines (Frankreich 1999, Laurent Cantet) wurde Neue Visionen schnell als engagierter Anbieter im Kinomarkt spürbar, zudem als Name eines Programmes, das jüngste politische Vergangenheit auch im Kino aufzuarbeiten suchte. Daneben hat die Firma eine ganze Reihe von Lizenzen älterer Filme (darunter Filme von Godard, Polanskis Dance of the Vampires, 1967, oder auch Curtiz‘ Casablanca, 1942) angekauft und sichert über diese zweite, meist inzwischen sträflich vernachlässigte Angebotsschiene („Repertoire“) die neuen Filme ab. Nach eigenem Bekunden ist der Schwerpunkt des Firmenprogramms: europäische Filmkunst, sozialkritische Filme, osteuropäische Filme, engagierte Dokumentarfilm, junges deutschsprachiges Kino, alternative Lebenswelten, Filme von Frauen, afrikanisches Kino. Seit 2002 nimmt Neue Visionen auch Filme anderer Filmverleihfirmen in das Dispositionsprogramm auf, bietet als anderen Kleinverleihen die Möglichkeit, Teile der Arbeit auszulagern.

Nähere Informationen: http://www.neuevisionen.de/.


Artikel zuletzt geändert am 06.02.2012


Verfasser: AS


Zurück