Lexikon der Filmbegriffe

Schachtelkino

Als Schachtelkino bezeichnet man ein Kino bzw. einen Kinosaal – meist als Teil eines damals sogenannten „Kinocenters“ – mit kleinen Ausmaßen bis hinunter zur Größe eines durchschnittlichen Wohnzimmers. Als Erfinder der Schachtelkinos in Deutschland gilt Heinz Riech, der 1972 die Ufa-Kinos übernahm. Er begann, die großen Säle und Foyers in kleinere Einheiten bis hin zu Kleinstkinos mit nur 20 oder 30 Sitzplätzen zu zerstückeln, so dass in demselben Gebäude mit nur wenig mehr Personalaufwand deutlich mehr Filme gezeigt werden konnten. Zudem wurden die meisten Center als Verzehrkinos geführt. Balkone wurden abgetrennt und in kleine Kinos verwandelt, Säle im Souterrain ausgebaut. Mit dem Aufkommen der Multiplex-Kinos ausgangs der 1980er und anfangs der 1990er Jahre wurden die meisten Schachtelkinos wieder geschlossen – sie konnten den qualitativen Vergleich hinsichtlich der Qualität der Sitzplätze, der Projektion und des Tons nicht aushalten und fanden zunehmend weniger Publikum. Als „Off-“ oder „Off-Off-Kinos“ werden wenige Schachtelkinos bis heute noch weitergeführt (Stand: 2006). 


Artikel zuletzt geändert am 19.07.2011


Verfasser: AS


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