Lexikon der Filmbegriffe

Paramount Case

auch: Paramount Decree, Consent Decree

Schon 1921 hatte die Federal Trade Commission (FTC) begonnen, die monopolistischen Tendenzen der großen Hollywood-Studios zu untersuchen, und hatte das block booking als wettbewerbsverzerrende Praxis gebrandmarkt. 1928 begann ein Prozess zwischen der FTC und zehn großen Studios, angeführt durch Famous Players-Lasky, den Vorgänger der späteren Paramount Pictures. Das Urteil gegen die Studios, das 1930 klare Trust-Bildungen attestiert und eine Diversifizierung zwischen Produktion und Markt gefordert hatte, wurde allerdings durch eine umstrittene Absprache zwischen Roosevelt und der Industrie während der Hochphase der Depression nie umgesetzt. 1938 nahm das Department of Justice die Ermittlungen gegen die Studios, vertreten durch Paramount (darum die Bezeichnung Paramount Case), wieder auf, die durch mehrere Gerichtsbeschlüsse und den Zweiten Weltkrieg immer wieder zurückgeworfen wurden. 1948 entschied dann aber der Oberste Gerichtshof, dass die Praxis des block booking einzustellen sei. Außerdem wurden die Studios gezwungen, sich von den Kinoketten, die bis dahin sichere Abnehmer für die Produktionen gewesen waren, zu trennen. Damit brach die Macht der Studios über die Programmierung und Auswertung ihrer Filme zusammen. Das Urteil steht am Anfang des Endes der Studio-Ära.

Referenzen:

Balaban & Katz

Paramount

vertikale Integration


Artikel zuletzt geändert am 08.02.2012


Verfasser: JH


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